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'''England''' ist der größte und am dichtesten besiedelte Landesteil im Vereinigten Königreich im Nordwesten Europas.

England umfasst den größten Teil des südlichen Abschnitts der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt das Land an die Nordsee, im Süden an den Ärmelkanal und im Südwesten an den Atlantik.

London ist die Hauptstadt Englands und des gesamten Vereinigten Königreichs. Sie ist, gemessen an der Zahl ihrer Einwohner, auch die drittgrößte Stadt in Europa (nach Moskau und Istanbul). Englands Bevölkerung von über 55 Millionen Einwohnern umfasst fast 85 % der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs.

Die Geographie des Landes ist geprägt durch niedrige Hügel und Ebenen, vor allem im zentralen und südlichen England. Allerdings gibt es auch Hochland im Norden und Südwesten.

Im Deutschen wird der Name ''England'' auch synekdochisch für das gesamte Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland oder für die gesamte Insel Großbritannien gebraucht.

Etymologie

Der Name ''England'' leitet sich vom altenglischen Wort ''Engaland'', was so viel wie ''Land der ''</ref>

Eine alternative Bezeichnung für England lautet ''?. Das Wort Albion (??????) ist möglicherweise auf das lateinische Wort ''albus'' (weiß) zurückzuführen, ein Verweis auf die weißen Klippen von Dover (zwischen England und Frankreich).

Geographie

England ist mit etwa 130.000 km² der flächenmäßig größte Teil von Großbritannien und bedeckt ca. zwei Drittel Großbritanniens. Als ein typisches Merkmal von England können die Küsten genannt werden. Neben den Küsten finden sich in England noch weitere vielfältige Naturräume. England besteht zum größten Teil aus Tiefebenen, die von Gebirgsketten durchzogen werden. Der höchste Berg in England ist der Scafell Pike in den Cumbrian Mountains mit 978 Metern. Der längste und bekannteste Fluss des Landes ist die Themse. Neben ihr fließen durch England der Severn, der Humber, der Trent und der Great Ouse.

Klima

England liegt in der gemäßigten Klimazone und weist, aufgrund des Golfstroms, ein eher feuchtes aber auch warmes Klima auf.

<gallery class="center" caption="Klimadiagramme englischer Städte">
Klimadiagramm-metrisch-deutsch-Birmingham (England)-GB.png|Klimadiagramm von Birmingham
Klimadiagramm-metrisch-deutsch-Cambridge (England)-GB.png|Klimadiagramm von Cambridge
Klimadiagramm-metrisch-deutsch-Plymouth (England)-GB.png|Klimadiagramm von Plymouth
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Der berühmte zartfeine "englische Nieselregen" an der Süd-West-Küste ist ein Steigungsregen an den Steilklippen, bei dem aus wasserdampfübersättigten warmen Luftmassen die Feuchte als kaum sichtbarer Sprühregen ohne Kondensationskeime (fehlen weitgehend im auflandigen Wind) ausfällt.

Flora und Fauna

Etwa die Hälfte der Waldflächen des Vereinigten Königreichs entfallen auf England.
Die häufigsten Bäume in England sind n.

Weit verbreitet in England sind Hirsche, Kaninchen, Hasen, Dachse und Füchse. Die früher in England beheimateten Wölfe und Wildschweine sind komplett ausgestorben. Während es in England viele Vogelarten wie Krähe, Tauben, Star gibt, sind Reptilien äußerst selten. Insektenfresser und andere kleine Säugetiere sind in England des Öfteren anzutreffen. Der Igel bspw. ist ein regelmäßiger Besucher der städtischen Gärten. Englands Meere sind ein Paradies für viele Meeressäugetiere. Die Kegelrobbe, ein relativ seltenes Tier auf der Welt, befinden sich in großer Zahl entlang der englischen Küste.

Geschichte

Vor der Römerzeit

Die Geschichte des Landes beginnt im Grunde mit der Entstehung der Insel. Um 8500 v.?Chr. stieg der Meeresspiegel während der letzten Eisschmelze an und machte Britannien ca. 7000 v.?Chr. zur Insel. In der Jungsteinzeit, die auf der Insel erst um 4000 v.?Chr. einsetzte, begannen Ackerbau und Viehzucht.

Römerzeit und Christianisierung

Die Römer siedelten unter der Führung Caesars erstmals 55 und 54 v.?Chr. in England, zunächst jedoch nicht als Eroberer.
Erst ein knappes Jahrhundert später wurde England von den Römern besetzt. In das nach dem Rückzug der Römer um 410 n.?Chr. entstehende Machtvakuum drangen immer wieder schottische Völkergruppen ein. In der Folgezeit wanderten Gruppen von Angeln, Jüten und Sachsen ein. Damit begann in Britannien das Frühmittelalter. Die angelsächsischen Völker brachten ihre germanische Religion mit, und etwa zu Beginn des 9. Jahrhunderts war die Christianisierung Englands abgeschlossen, wenn auch heidnischer Glaube immer noch weit verbreitet war.

Wikingerzeit

Die dänischen Wikinger segelten schließlich Ende des 8. Jahrhunderts nach England. Zunächst führten sie nur Raubzüge durch, aber später richteten sie sich ein, forderten auch Tributzahlungen und errichteten eigene Dörfer. 878 schlug Alfred ein großes dänisches Heer bei Edington. Daraufhin ließ sich der dänische König Guthrum, der bereits zuvor in Kontakt mit dem Christentum gekommen war, mit 30 seiner Männer taufen. Anschließend zogen sie sich in ihr Kerngebiet in East Anglia (Danelag) zurück. Dieser Erfolg führte zur Anerkennung Alfreds als Herrscher auch in Mercien.

Hochmittelalter

Der Sieg Wilhelms führte zur Einführung des effektiven Lehnssystems der Normannen. Eine kleine normannische Oberschicht ersetzte den eingesessenen Adel fast vollständig. Wilhelm befahl die Erstellung des Domesday-Buches, welches Steuern der gesamten Bevölkerung, ihrer Ländereien und Besitztümer erfasste. So entstand ein völlig neues Regierungssystem. Das System war der Vorgänger des englischen Parlamentarismus, der bis heute existiert.

'''Gesellschaft im Hochmittelalter:'''

In der Zeit von der Mitte des 10. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts kam es schätzungsweise zu einer Verdreifachung der englischen Bevölkerung, vermutlich auf bis zu sechs Millionen Menschen. Diese Entwicklung hatte eine Reihe wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Folgen: Der Ackerbau wurde mit der Einführung der Dreifelderwirtschaft und der Urbarmachung weiter Flächen intensiviert. Die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln gelang jedoch nur in klimatisch günstigen und politisch stabilen Zeiten.

Spätmittelalter

Kennzeichnend für das Spätmittelalter ist der Hundertjährige Krieg. Die Absetzung Richards II. durch den späteren Heinrich IV. und die Misserfolge im Hundertjährigen Krieg waren die Gründe für den Ausbruch der anschließenden Rosenkriege.

'''Gesellschaft im Spätmittelalter:'''

Nach der Wachstumsphase des Früh- und Hochmittelalters prägte im Spätmittelalter die Pest die Entwicklung in England. Nach zwei schweren Pestschüben 1348 und 1361/62 kam es zu mehreren kleinen Ausbrüchen der Seuche, die die Bevölkerung in etwa halbierten.
Nachdem die großen Pestzüge vorbei waren, beschleunigte sich die Entwicklung der Städte, allen voran London.

Das Elisabethanische Zeitalter

Der Thronfolgeregelung Heinrichs VIII. zufolge und auch nach den Zusicherungen, die Maria I. bei ihrer Heirat den Magnaten gemacht hatte, bestieg Elisabeth I. 1558 den Thron. Die neue, protestantische Königin wurde vom Volk begeistert aufgenommen. Vom Beginn ihrer Herrschaft an war eine mögliche Heirat der Königin das bestimmende Thema. Mehrfach forderten Parlamente sie dazu auf, mit dem Ziel, einen männlichen Thronfolger zu erhalten. Sie war verantwortlich für die Durchsetzung der Reformation, aber auch für die schlechteren Beziehungen mit Spanien.

'''Gesellschaft im 16. Jahrhundert:'''
Um 1550 war die englische Bevölkerung nach der Pest wieder auf rund drei Millionen angewachsen. Die mit 10.000 Einwohnern.

Bevölkerung

Mit über 55 Millionen Einwohnern ist England das mit Abstand bevölkerungsreichste Land des Vereinigten Königreichs. Fast 85 % der Bevölkerung des Vereinigten Königreiches entfällt auf England. Die Dichte von 417 Personen pro Quadratkilometer ist ebenfalls sehr hoch. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass 8,3 Mio. der 55,3 Mio. Einwohner in Greater London auf nur 1,3 Prozent der Gesamtfläche leben. Im Rest des Landes liegt die Bevölkerungsdichte bei lediglich 357 Personen pro Quadratkilometer.

Sprache

In England wird überwiegend Englisch gesprochen. Es gibt zwar kein Gesetz, das besagt, dass Englisch die Amtssprache ist, aber Englisch ist die einzige Sprache, die für amtliche Zwecke verwendet wird. Sie ist auch von internationaler Bedeutung, etwa 1,5 Milliarden Menschen auf der Welt sprechen Englisch, davon 375 Millionen als Erstsprache. Englisch wird meistens als ?Weltverkehrssprache? angesehen.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde Englisch in England populär. In der englischen Renaissance wurden viele Wörter aus dem Französischen und Lateinischen übernommen.

Schätzungen zufolge sprechen 133.000 Einwohner Englands , Januar 2007</ref>

Aufgrund von Einwanderung sprachen 2007 etwa 800.000 Schüler eine Fremdsprache zu Hause.
Eine Volkszählung von 2011 zeigt, dass in England nach Englisch am meisten Polnisch gesprochen wird.

Religion

Das Christentum hielt schon in der Endphase des Römischen Reiches im 1. bis 4. Jahrhundert Einzug in die damalige römische Provinz Britannia. Nach dem Rückzug der Römer und der angelsächsischen Landnahme im 4. bis 5. Jahrhundert folgte eine Phase des Heidentums. Der größte Teil Englands wurde in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts durch gregorianische Missionare unter Augustinus von Canterbury christianisiert. Die englische Kirche bewahrte sich im Mittelalter eine gewisse Distanz zu den Päpsten. John Wyclif (ca. 1325 ? 1384) wirkte als Vorläufer der späteren Reformatoren. Nach dem Beginn der lutherischen Reformation verhielt sich der damalige König Heinrich VIII. zunächst ablehnend, leitete im Jahr 1531 aber weniger aus religiösen, sondern aus persönlichen Motiven die Abspaltung der englischen Kirche von der römisch-katholischen Kirche ein. Die neu gegründete anglikanische Kirche (Church of England) entsprach zunächst in Liturgie und Theologie weitgehend der römisch-katholischen Kirche, nahm aber in den folgenden Jahrzehnten immer mehr protestantische Elemente auf. Die anglikanische Kirche wurde zur Staatskirche Englands. Voraussetzung für ein höheres Amt war die Mitgliedschaft in der Church of England. Neben der Staatskirche entwickelten sich auch evangelische Freikirchen (?Nonkonformisten?). Außerdem gab es weiterhin eine kleine katholische Minderheit, die allerdings staatlicherseits massiv benachteiligt wurde. Die Katholiken standen im Ruf, Staatsfeinde zu sein, die mit den traditionellen katholischen Gegnern Englands, Spanien und Frankreich, sympathisierten.
Heute hat die Church of England weiterhin den Status einer Staatskirche. Ihr Kirchenoberhaupt ist der regierende Monarch des Vereinigten Königreiches. Es gibt rund 26 Millionen Anhänger der Church of England.

Mit der Katholikenemanzipation 1829 erhielten die Katholiken die bürgerliche Gleichberechtigung. Während der Zeit der Zugehörigkeit Irlands zum Vereinigten Königreich 1801?1923 nahm der katholische Bevölkerungsanteil durch Zuwanderung aus Irland stark zu.

Bis zum 19. Jahrhundert gab es praktisch keine nennenswerte jüdische Bevölkerung in England, da die Juden im Jahr 1290 unter König Edward I. aus England ausgewiesen worden waren. Erst der ''Lord Protector'' Oliver Cromwell gestattete im Jahr 1656 den Juden die Wiederansiedlung. Trotzdem blieb die jüdische Bevölkerung danach lange Zeit sehr gering. Die vollständige rechtliche Gleichberechtigung erhielten die Juden in England erst im Jahr 1858. Eine größere Einwanderungswelle von Juden aus Osteuropa (vor allem aus dem Russischen Reich) gab es vor allem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Während der Zeit des Nationalsozialismus fanden auch viele als Juden verfolgte Personen aus Mitteleuropa in England Asyl, wo sie teilweise bedeutende Beiträge zu den Kriegsanstrengungen des Vereinigten Königreichs leisteten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die britischen Kolonien nach und nach selbständig. Es kam zu einer zahlenmäßig erheblichen Einwanderung aus den Ländern des Commonwealth, wodurch viele Muslime ins Land kamen. Die größten Gruppen bildeten Einwanderer aus Pakistan und Einwanderer aus Bangladesch.

Viele Kirchen und Kathedralen in England sind historische Gebäude und von hohem architektonischen Wert. Bekannte historische Gebäude sind z.?B. Westminster Abbey, York Minster, Durham Cathedral und Salisbury Cathedral.
mini|Anteil von Muslimen an der Bevölkerung nach Countys (2010):
{| class="wikitable zebra sortable"
|- class="hintergrundfarbe5"
! colspan="3"|Verteilung der Religionen in England
<small>(gemäß Census 2011)</small>
|- class="hintergrundfarbe5"
! Religion !! Bevölkerungs-
anteil !! in %
|-
| Christentum || style="text-align:right;" | 31.479.876 || style="text-align:right;" | 59,4 %
|-
| Islam || style="text-align:right;" | 2.660.116 || style="text-align:right;" | 5,0 %
|-
| Hinduismus || style="text-align:right;" | 806.199 || style="text-align:right;" | 1,5 %
|-
| Sikhismus || style="text-align:right;" | 420.196 || style="text-align:right;" | 0,8 %
|-
| Judentum || style="text-align:right;" | 261.282 || style="text-align:right;" | 0,5 %
|-
| Buddhismus || style="text-align:right;" | 238.626 || style="text-align:right;" | 0,5 %
|-
| andere Religionen || style="text-align:right;" | 227.825 || style="text-align:right;" | 0,4 %
|-
| bekenntnislos || style="text-align:right;" | 13.114.232 || style="text-align:right;" | 24,7 %
|-
| keine Antwort || style="text-align:right;" | 3.804.104|| style="text-align:right;" | 7,2 %
|- class="hintergrundfarbe5"
| '''Gesamt''' || style="text-align:right;" | '''53.012.456''' || style="text-align:right;" | '''100 %'''
|}

Politik

Die Regierung des Königreichs hat, ebenso wie die königliche Familie, ihren Sitz in der britischen Hauptstadt London. England hat ? im Gegensatz zu Schottland, Wales oder Nordirland ? weder ein Landesparlament noch eine Landesregierung. Deren Aufgaben werden vom Parlament und der Regierung des Vereinigten Königreiches wahrgenommen. Jedoch gibt es, insbesondere nach der gescheiterten Unabhängigkeitsabstimmung in Schottland, Diskussionen, wie auch England im Rahmen der Devolution besser berücksichtigt werden kann. Diskutiert werden beispielsweise Regionalparlamente in England, ein englisches Landesparlament oder die Beibehaltung der bisherigen Zuständigkeit des britischen Unterhauses unter künftigem Ausschluss nicht-englischer Parlamentarier bei nur England betreffenden Fragestellungen.

Nationale Symbole

Die englische Flagge, bekannt als St.-Georgs-Kreuz, ist ein rotes Kreuz auf einem weißen Hintergrund und wird seit dem 13. Jahrhundert verwendet.

Ein anderes nationales Symbol ist seit den als Emblem verwendet.

Die ''Three Lions'' (?Drei Löwen?) gehen auf Richard Löwenherz zurück und bilden das Wappen Englands.

England selbst hat keine offizielle vom 6. September 2005.</ref>

Verwaltungsgliederung

'''Die 39 historischen Grafschaften'''

Diese 39 historischen Grafschaften (engl. ''county, counties'') bestehen seit dem Hochmittelalter. In ihrer Funktion als Verwaltungsbezirke sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrmals neu gegliedert worden, jedoch bestehen die historischen Grafschaften im Bewusstsein der Bevölkerung weithin fort. Größere Städte galten als Teil der Grafschaften, wurden jedoch als Boroughs eigenständig verwaltet.

'''gegenwärtige Verwaltungsgliederung'''

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Verwaltungsgliederung teilweise den neu entstandenen Ballungsgebieten angepasst. Dadurch veränderten sich auch die Grenzen der oben genannten 39 historischen ''Counties''. So wurde zum Beispiel 1965 die Verwaltungseinheit Greater London eingerichtet. 1974 entstanden sechs ''Metropolitan Counties'' und die sogenannten ''Non-Metropolitan Counties'', darunter auch einige kleinere neue Grafschaften wie Avon, Humberside und Cleveland, die jedoch in den 1990er Jahren zum Teil wieder aufgelöst wurden.

Die ''Counties'' untergliedern sich in Bezirke (''Metropolitan Districts'' bzw. ''Districts''), die aufgrund ihrer Aufgabenstellung etwa den Stadtverwaltungen Deutschlands entsprechen. Diese Distrikte bestehen meist aus einer Vielzahl von Städten und kleineren Siedlungen, die jedoch keine eigene Verwaltung haben. Man spricht von einer ?zweistufigen Verwaltung? (erste Stufe: Grafschaften, zweite Stufe: Distrikte).

1986 wurden die Grafschaftsräte bzw. -verwaltungen der ''Metropolitan Counties'' aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden an die untergliederten ''Metropolitan Districts'' delegiert, so dass diese alle Aufgaben der Grafschaften und der Distrikte erledigen (?einstufige Verwaltung?). In ihrer Funktion können die ''Metropolitan Districts'' seither als ''Unitary Authorities'' bezeichnet werden. Die Bezeichnungen der sechs ''Metropolitan Counties'' wurden zwar beibehalten, sie sind seither aber nur noch für die Beschreibung der geographischen Lage bzw. für statistische Zwecke von Bedeutung.

Zahlreiche ''Non-Metropolitan Districts'' wurden Mitte der 1990er Jahre als ''Unitary Authorities'' aus den Grafschaften ausgegliedert. Sie erledigen seither die Verwaltungseinheiten der Grafschaften mit und sind somit den ''Metropolitan Districts'' vergleichbar.

Die Grafschaften und ''Unitary Authorities'' Englands sind heute zu neun Regionen zusammengefasst. Zur Untergliederung der Regionen und Grafschaften siehe Verwaltungsgliederung Englands und Verwaltungsgrafschaften Englands.

'''Großstädte'''

In der englischen Sprache wird zwischen ''city'' und ''town'' unterschieden. Das Recht, als ?City? bezeichnet zu werden, besiegelt eine königliche Ernennungsurkunde, die sogenannte Royal Charter. Meist orientierte man sich dabei daran, ob die betreffende Ansiedlung eine Kathedrale besitzt. Während beispielsweise das kleine St Davids in Wales mit weniger als 2.000 Einwohnern als ?City? gilt, ist Stockport mit seinen 135.600 Einwohnern nur ?Town?. Die Unterscheidung ist damit ähnlich der Unterscheidung zwischen Stadt und Gemeinde in Deutschland. Alle Verwaltungsbezirke mit städtischem Charakter besitzen in England üblicherweise auch den Status eines Borough.

Die folgende Liste der ?Großstädte? Englands enthält neben Greater London sowie den Unitary Authoritys Bristol und Leicester die jeweiligen Metropolitan Boroughs. Metropolitan Boroughs sind einstufige Verwaltungseinheiten in den großstädtischen Ballungsräumen Englands, die man mit deutschen kreisfreien Städten vergleichen kann. Formal sind sie Untergliederungen der Metropolitan Countys, die allerdings als Verwaltungseinheiten keine Rolle mehr spielen (siehe auch Verwaltungsgliederung Englands).

{| class="wikitable zebra" style="text-align:right;"
|-
! colspan="6"|Die zehn größten städtischen Verwaltungsbezirke in England
<small>(Stand 2015)</small>
|-
! Rang !! Name !! Einwohner !! Verwaltungseinheit !! Metropolitan County !! Region in England
|-
| 1
| style="text-align:left;" | London
| 8.665.000
| style="text-align:center;" colspan="2"|
| style="text-align:left;" | Greater London
|-
| 2
| style="text-align:left;" | Birmingham
| 1.111.300
| style="text-align:left;" | Metropolitan Borough
| style="text-align:left;" | West Midlands
| style="text-align:left;" | West Midlands
|-
| 3
| style="text-align:left;" | Leeds
| 774.100
| style="text-align:left;" | Metropolitan Borough
| style="text-align:left;" | West Yorkshire
| style="text-align:left;" | Yorkshire and the Humber
|-
| 4
| style="text-align:left;" | Sheffield
| 569.700
| style="text-align:left;" | Metropolitan Borough
| style="text-align:left;" | South Yorkshire
| style="text-align:left;" | Yorkshire and the Humber
|-
| 5
| style="text-align:left;" | Bradford
| 531.200
| style="text-align:left;" | Metropolitan Borough
| style="text-align:left;" | West Yorkshire
| style="text-align:left;" | Yorkshire and the Humber
|-
| 6
| style="text-align:left;" | Manchester
| 530.300
| style="text-align:left;" | Metropolitan Borough
| style="text-align:left;" | Greater Manchester
| style="text-align:left;" | North West England
|-
| 7
| style="text-align:left;" | Liverpool
| 478.600
| style="text-align:left;" | Metropolitan Borough
| style="text-align:left;" | Merseyside
| style="text-align:left;" | North West England
|-
| 8
| style="text-align:left;" | Bristol
| 449.300
| style="text-align:left;" | Unitary Authority
| style="text-align:left;" | ?
| style="text-align:left;" | South West England
|-
| 9
| style="text-align:left;" | Coventry
| 345.400
| style="text-align:left;" | Metropolitan Borough
| style="text-align:left;" | West Midlands
| style="text-align:left;" | West Midlands
|-
| 10
| style="text-align:left;" | Leicester
| 342.600
| style="text-align:left;" | Unitary Authority
| style="text-align:left;" | ?
| style="text-align:left;" | East Midlands
|}

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

England zählt zu den am stärksten deregulierten Volkswirtschaften der Welt, mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 22.907??. Das Land ist eines der führenden Länder in den Bereichen der chemischen und technischen Industrie, insbesondere Luft- und Raumfahrt, Rüstungsindustrie und Software-Industrie. Die Bank of England, im Jahr 1694 gegründet, ist die Zentralbank des Vereinigten Königreiches.

Wissenschaft

Prominente englische Namen aus dem Bereich Wissenschaft und Mathematik sind Sir Isaac Newton, Michael Faraday, Robert Hooke, Robert Boyle, Joseph Priestley, Charles Darwin, Alan Turing, Francis Crick, Andrew Wiles, Stephen Hawking und Richard Dawkins (usw.).
Als Geburtsort der industriellen Revolution war England die Heimat von vielen bedeutenden Erfinder in den späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Berühmte Erfindungen und Entdeckungen von Engländern sind die ersten Computer, das World Wide Web und auch der Rasenmäher.

Infrastruktur

Das , 2008. S. 205.</ref> Rund 4400 Meilen (7100 Kilometer) Wasserstraßen gibt es in England.

Gesundheit

Der National Health Service (NHS), das öffentlich finanzierte Gesundheitssystem in England, ist für die Bereitstellung der Gesundheitsversorgung verantwortlich. Er wird aus Steuergeldern (und nicht wie in vielen Ländern über die Sozialversicherung) finanziert. Der schlechte Ruf wird oft mit Ärztemangel begründet.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in England beträgt 77,5 Jahre für Männer und 81,7 Jahre für Frauen, das ist die höchste Lebenserwartung der vier Länder des Vereinigten Königreiches.

Bildungssystem

Im Alter von drei bis vier geht man in den Kindergarten, im Alter von vier bis elf Jahren besucht man die Grundschule und die weiterführende Schule wird von elf-bis sechzehnjährigen besucht. Nach Abschluss der Pflichtschule machen die Schüler z.?B. eine GCSE-Prüfung und bilden sich anschließend für etwa zwei Jahre weiter.

Die Überwachung der staatlichen Schulen erfolgt durch ''Office for Standards in Education'' und die für Privatschulen (etwa 7 % der Schüler besuchen Privatschulen) durch ''Independent Schools Inspectorate''.

Kunst und Kultur

Die englische Kunst ist geprägt von der Architektur, Malerei, Kunsthandwerk und der Plastik. und die Englische Küche verfügt über landestypische Besonderheiten.

Architektur

Mit dem 1175 begonnenen Umbau des Chors der Kathedrale von Canterbury durch Wilhelm von Sens vollzog sich unter dem Einfluss der Baukunst in der Île de France der Übergang zur Gotik. Die englische Spätgotik, der sog. ''Perpendicular Style'' (1350?1530), brachte besonders im Kapellenbau (Chorumbau in Gloucester, Schlosskapelle in Windsor u.?a.) neben strenger, senkrechter Gliederung der Wand das Fächergewölbe. Im Tudorstil (1500?1600, besonders Schlossbau) vermischten sich Formen der Spätgotik und der italienischen Renaissance. Es folgte eine barock-klassizistische Entwicklung, die schließlich den kontinentalen Baugedanken des Barocks weitgehend verschloss und den Klassizismus allgemein verbreitete. Seit dem Ende des 18.?Jahrhunderts erfolgte ein Stilgefühl der Ausstattung von Innenräumen und Ingenieurarchitektur aus Eisen, Eisenbeton und Glas.

Malerei

Im 10. und 11. Jahrhundert begann die englische Malerei mit ihrer ersten Blütezeit. Die kontinentalen Strömungen, die nach dem Beginn des 15. Jahrhunderts für etwa 300 Jahre die englische Malerei beherrschten, gingen überwiegend auf die Tätigkeit ausländischer Künstler in England zurück. Einen neuen Höhepunkt erreichte die Bildnismalerei nach der Mitte des 18. Jahrhunderts mit der Weiterentwicklung der von van Dyck begründeten Porträttradition. Anfang des 19. Jahrhunderts prägte England die Landschaftsmalerei.

Kunsthandwerk

Das englische Kunsthandwerk wurde seit dem 18. Jahrhundert für ganz Europa bedeutungsvoll. Ende des 18. Jahrhunderts wurde Jasperware hergestellt, bei der die Scherben durch Metalloxide durch und durch gefärbt sind. Im 19. Jahrhundert kam es in England zur Erneuerung des Kunstgewerbes auf allen Gebieten, einschließlich des Buchdrucks und Buchschmucks.

Plastik

Die Bildhauerkunst Englands erlangte erst in der Zeit der Gotik als Kathedral- und Grabmalplastik größere Bedeutung. Der Mangel an eigenen schöpferischen Kräften und die Abhängigkeit von kontinentalen Leistungen bestimmten die Entwicklung der Bildhauerkunst.

Küche

Seit der frühen Neuzeit ist das Essen Englands durch seine Trivialität und Abhängigkeit von Naturprodukten gekennzeichnet.

Sport

England hat ein starkes sportliches Erbe und kodifizierte im 19. Jahrhundert viele Sportarten, die in heutigen Zeiten auf der ganzen Welt gespielt werden, darunter die meistgesehene Liga weltweit.

Weblinks

Einzelnachweise